An die Neuankömmlinge vom Gammelradio, wie es in einem solchen Fall ja üblich ist. Mein Alter Ego ist immer noch lame, welches keinen Plan vom Rauchen hat,

dafür gern trinkt,

Frauen mag und trotzdem gerne der Heterosexualität frech ins Gesicht lacht. Manchmal auch alles auf einmal.

Ich hoffe, ihr fühlt euch wohl hier, Bier müßt ihr selber mitbringen, das wird hier, wie gesagt, härter als Öl-Barrel gehandelt und ja, leider, hier ist meistens so wenig los. Ich bin für die fixe Arbeit des Bloggens wie der Bernsteintropfen für das erschrockene Insekt. Minus den interessanten, naturwissenschaftlichen Aspekt. Alles weitere könnt ihr unter „What’s What“ finden. Oder in dem ihr euch durch die Artikel klickt.
Außerdem habe ich geschwindelt. ‘So weit, nichts neues’, hör ich Leute tönen, die mich schon länger kennen, ‘und was war es diesmal?’ Nun, wenn es, wie während der Sendung von mir angemerkt, euch um’s Geekdom geht, winke ich ruhigen Gewissens in Richtung der Agitationszentrale für Populärkultur, kranke Musik gibt’s bei den Dissonanzstudien oder Fun in the Murky, wheezer hat einen prima flickr-Stream und Jay Pinkerton von Cracked darf ebenfalls nicht vergessen werden. Ich mach mich lieber über mich selber lustig, wenn ich mal wieder Computer oder mein Auto kaputtmache. Genau, unerträglich selbstreferentielles Blasenblogging, ich überlege demnächst auch mit Mood- und Music-Tags zu arbeiten. Und dann zu Livejournal zu wechseln.
Dieser Eintrag trägt dabei außerdem noch meinem Wunsch Rechnung, doch ein wenig mehr zu der einen oder anderen geworfenen Akustikbombe zu sagen. Oder euch die Möglichkeit geben, euren Sermon hierzulassen. Dazu hat dieses nette Stück Code ja unten die Kommentar-Funktion. Man könnte beispielsweise darauf hinweisen, daß Marco Passarani mit Mr. Cisco in etwa so viel zu tun hat, wie Horst Tappert mit Shaft. Aber kein Mensch kann das gesammelte discogs-Wissen ständig ric…ach, wird da draußen schon einen geben, der das bringt. Mir jedenfalls wurde wieder mal schmerzlich bewußt, daß nur eins geht: One Take Session oder sechs Bier. Keine Frage, wofür ich mich entschieden hatte. Wie man sicher auch unschwer an Auswahl und Cueing hören konnte. Wobei, Hardcore konnte ich wirklich noch nie, respektive war das im Rahmen des Gammelradios der erste Versuch und Bilder, wie ich mit einem großen Hammer auf neugeborene Kätzchen haue, wären sicher schöner gewesen.
Hier jedenfalls noch mein kurzer Lauf durch die Sampelbank. Verbesserungen (Cisco, ick hör dir trapsen!) gerne per Kommentar.
Lenny Dee vs. DJ Paul – Dope Man, benutzt ein Sample aus N.W.A.’s gleichnamigen Stück von der „…and the Posse“-LP. Die sollte man sich nicht nur wegen 2.500 heruntertempierten Amen-Breaks per Hour kaufen, sondern weil man Leute wie Easy E., Ice-T, The Arabian Prince nicht alle Tage so ein schräges Trés Chic auftragen sieht. Die Achtziger, man muß sie einfach lieben.
The Speedfreak – Fickmusic, beginnt mit ein paar Zeilen aus „Lily Marlene“. Ist hier aber in erster Linie gelandet, weil mich gleich dreißig Lenze nicht davon abhalten, bei einem Titel wie diesen immer noch kichern zu müssen.
Handbag – Oh, well, alles mögliche, deswegen einfach lesen, was wheezer dazu sagt.
Steel – Nochmal der Speedfreak. Eigentlich hab ich versucht, etwas von Biochip C. enzubauen, konnte aber nur samplefreies Material nach 1993 finden. Also mußte ich den Zeitstrahl etwas weiterhasten, um spätestens 2004 und mit der Salonfähigkeit (Keiner hat behauptet, des es ein besonders schöner oder exklusiver Salon sein muß!) von Breakcore ein ganz ähnliches Feld bestellt zu sehen, wie schon 11 Jahre zu vor. Und erfreulicherweise wird der tastological correctness wieder ein Bier über den Kopf gegossen um sie mit einem „Na und?“ zurück in die poguende Menge zu schubsen. Ach ja, Busta Rhymes. „Woo-Hah (Got you all in check)“.
Sickboy – „Folk Riddim Wars“. Hilfe, ABBA. Ein Glück mit einem weniger strapazierten „The Piper“-Sample. Vom (Achtung! Jetzt wird’s finster!) ebenfalls hier rumstehenden „The Visitors“-Album. Aber Oma war damals bei der VEB Schallplatte tätig und ich hoffe immer noch, daß die vom Amiga-Label mehr oder weniger grau nachgepressten „Unverkäuflichen Musterplatten“ (So lustige Worte hatten wir Ossis für „Promo“) irgendwann soviel wert sind, wie das Azetat von Lou Reed da neulich. Umsichtigere Menschen schauen nach der Audio Bot 003, wo gezeigt wird, was eine 909, Lenny Kravitz und George Dubyah gemeinsam haben (können).
Mark Imperial – Weil mir nichts treffenderes einfällt nochmal ein copy-paste meines discogs-Kommentars.
Given the fact that Mark Imperial released a cover of this 80ies pop song some five years prior to the world wide agonizing cannibalisation of Munich’s Gigolos owes him at least two points for the idea. Actually you’d have to take these right away for the realisation. A boring in-yer-face-bd and some quirky 303 works meeting the synths and the vocals of the original. What really takes the cake is the a-side: A trashy vocal-sample (ironically announcing “a musical masterpiece”) on a “house” beat you’d expect from the preset-section of your drummachine and the icing of this crap being delivered by the disastrous keyboards. A truly horrible release that has nothing in common with former stuff on this label like the recommendable “machines” by laurent x.
Eine Entschuldigung, warum ich mir diese Platte trotzdem gekauft habe, ist das natürlich auch nicht.
Takkyu Ishino – Richtig, im Original von Trio. Und eigentlich auch nur in dieser Version, weil Just einfach eine Bank in Sachen Tongue’n'cheekiger Remakes oder auch Eigenproduktionen ist, sein Marshall Jefferson-Dub mit den diversen Christmas-Goodies aus dem Hause V/VM zu diesem Zeitpunkt 200 km entfernt an meinem Schreibtisch lehnte und das sowieso spielenswerte Original nicht in Pressform vorlag.
Dakar & Grinser – Freiburg, V3.0 war ja vor fünf Jahren ein rechter Hit, dieser allerdings in Englisch, von Console zusammengefrickelt und dann wahlweise von Egoexpress, Eligia oder den omnipräsenten Hackerkittins nachinterpretiert. Hier mal die „Wir sprechen Deutsh“-Version aus Ladomat Y.01-Compilation.
The Parallax Corporation – Fear, ja, auch das nur ein Cover. Im Original schon fast gute 30 Jahre auf dem Buckel. Da ich damals nur zwar im eigenen Wagen, aber nur unter Aufsicht rausdurfte, fehlen mir dazu die launigen Geschichten. Wer dem Käse nicht ganz abgeneigt, sollte aber einfach mal nach Easy Goings LP Ausschau halten. Mixt sich prima mit Sachen wie dem „Ultimate Warlord“, der ja auch nur ein Remak…aber ich schweife ab.
Robert Görl – Mit Dir. Eigentlich wollte ich ja was von Gabi Delgados schrecklicher “Der DAF/DOS-Staat”-LP spielen. Aber auch hier, siehe Trio, nichts Drehbares mein Eigen und SSL ist immer noch Zukunftsmusik. Für Freunde des kruden Humors empfehl ich die aber mal trotzdem und hoffe, daß auch Herr Delgado selber das als „humorig“ einstuft, was er da GTOs „Pure“ oder DHS’ „House of God“ und der deutschen Sprache („Taxi, Taxi“) so antut. Und wenn mir jemand sagen kann, welcher Track im Hintergrund zu „Wegen Dir“ (Nein, nicht „Mit Dir“) läuft, könnte ich auch wieder ruhig schlafen. Danke.
Zu den Originalen der nächsten vier braucht sicher nicht wirklich viel gesagt werden. „I Feel Love“ von Sean Deason auf die Bassline reduziert, die 7“-„$“-Serie auf Tigerbeat6 ist immer für eine Überraschung gut, Interessenten seien allerdings vorgewarnt, daß es selten so geradeaus zugeht, wie bei Printed Circuit, sondern man sich ansonsten der Freuden des DPS und der Zerstörung hingibt. Like A Tim hat 1992 schon mal mit einem Acid-Remake von Blondies „Heart of Glass“ gezeigt, wo der Remake-Hammer hängt. Leider hab ich die nicht mehr, dafür dieses Teil auf seinem eigenen Like-Label, auf dem er übrigens auch eine LP voller Lollypop-Rock-Sachen („Leader Of The Pack“, irgendwer?) veröffentlich hat, während Man Parrish unter Beweis stellt, daß man trotz einert Reihe veritabler Hits einfach nur Scheiße sein kann.
Aggregiertes Trainspotting für den Schluß:
The Sound sampled die berühmten Psycho-Strings, The Spice mußte ja schon in so einigen Platten flowen und darf in einem Blog, welches Leute kennt, die Frank Herbert schon gelesen haben, nicht fehlen, während sich hinter Dome Patrol tatsächlich die Missile-Nasen Taylor und Zamani verstecken und Cutting Edge ein Sample aus Echo & The Bunnymens „The Cutter“ verwendet.
Schlechte Unterhaltung!
P.S.. Ach ja, V/VM ist tatsächlich fast immer so unterwegs. Statt vieler Worte der Wink mit dem Linkpfahl und noch lobende Erwähnung meiner drei Lieblinge da drüben:
Hate You
Sick Love
Infinity: The VVMCPS Abolish Copyright Anthem
Bonus:
Shoplift