Aufreger der Woche

Im Prinzip hätte (nee: hat, noch besser: wird) diese Diskussion ja gute Chancen gehabt, für Diskussion zu sorgen. Ich bin mir allerdings sicher, daß es in der nächsten Zeit noch genügend Gelegenheiten geben wird, sich den Mund fusselig zu reden. Ach ja, das ging schneller, als erwartet…

Aber dann bin ich gestern morgen wach geworden und wunderte mich noch, woher die Kopfschmerzen kamen. Schließlich hatte ich das Wochenende nur mit Entenfüttern, langen Parkspaziergängen und dem Polieren meiner Queue-Sammlung verbracht. Ein verschlafener Blick in den Spiegel verschaffte schnell Klarheit: In meiner Nase nistet eine dieser tellergroßen Amazonasspinnen und die achtbeinigen Racker müssen kurz vor’m Schlüpfen sein. Eine sehr vorsichtige Inspektion später – selbst kleine Bewegungen schmerzten so, als wenn man bei einem parkisonkranken Zahnarzt zur Behandlung ist, dessen kleinsten Bohrer zu allem Überfluß normalerweise Strassenbeläge aufreißt. Nur schlimmer! – stellte sich das vermeintliche Spinnennest dann doch als Pickel heraus. Wobei ich als leidgeprüfter Akne-Abonnent in meinen frühen Jahren ja durchaus einiges gewohnt war, sowohl von Umfang, als auch Standortwahl. Das die beliebten Hautverwerfungen jetzt allerdings auch in Planetengröße und Nase, innenliegend daherkommen, war selbst mir neu.

Nun wandele ich ein Glück nicht mehr auf Freiersfüßen und kann im Prinzip auch mal auf’s Waschen und Zähneputzen verzichten, ohne deswegen in tiefere Krisen mangels menschlichem Zuspruch zu taumeln. In’s Büro mußte ich allerdings trotzdem und auch wenn ich mir mit meinen sonst üblichen Antworten durchaus schon diesen Beinamen erarbeitet haben dürfte, rechnete sicher keiner der Kollegen damit, daß ich irgendwann dann auch tatsächlich wie Bozo, der rotnasige Clown aussehen würde. “Na, was wächst uns denn da? Noch ein Kopf? Ha ha!”, bestätigten meine dahingehenden Vermutungen dann auch gleich. Leider ist die allgemeingültige Erwiderung auf diese Grußformel ja immer noch launiges “Guten Morgen!”, statt dem grummeligen “Maul, Du Kasper…”, welches mir eigentlich von der Zunge rollen wollte. Zumindest wenn der Absender Zugriff auf die eigene Personalakte hat.

Die hektisch in der Nase verteilte Zahnpasta sorgte zwar für eine völlig neue Definition des Begriffs “Atemfrisch”, dafür roch selbst die Bouillabaisse in der Kantine nur nach Hustenbonbon. Ein weitere Nebenwirkung der Ricolarisierung des Riechwegs: Beim Naseputzen – Natürlich bin ich mit der nasalen Arteriosklerose auch noch schnupfenkrank. ‘Eine große Runde Joggen’ ist bei mir ja synonym mit ‘Die Code-Ausdrucke hinten von Serverraum zu holen, statt nur neben den Rechner zu greifen’ – Beim Naseputzen treten jedenfalls gutriechende Seifenbläschen seitwärts aus und führen zu mir nicht unbekannten Reaktionen, wenn mich irgendwelche Kinder sehen: “Ih, Mama, was macht ‘n der Mann da Ekliges?” Wobei die ich sonst nur Sonntagvormittag und als Ergebnis von Spielen wie “Von der Karte saufen, was mit ‘A’ anfängt” kenne. Hat mir ja auch keiner gesagt, daß damit nicht “Alles” gemeint war.

Jedenfalls sind Männer Memmen, aber ich bin für Empfehlungen in Sachen Zinksalben gerade sehr dankbar. Oder kennt jemand einen Experten für Punktsprengungen?

Ich würde nämlich gerne wieder ‘ne andere Mütze tragen.

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2 Antworten zu “Aufreger der Woche”

  1. andreas sagt:

    DIESE DISKUSSION und DAS gehen selbst mir, der ja bekanntlich “ein wenig Diktatur” nicht übel findet, entschieden zu weit!
    Das nasale Problem betreffend, empfehle ich, nachdem die Lachtränen wieder getrocknet sind (sorry!), PYOLYSIN-Salbe. Gibts in jeder Apotheke rezeptfrei :-)

  2. Tom sagt:

    Ich hoffe es geht Dir wieder besser. Ich bin im allgemeinen und im besonderen mit Deiner Internet Aktivität unzufrieden. Dein Beitrag zum Thema Lame wurde geändert / aktualisiert – Mittwoch 11. Oktober 2006 17:49 !!! Und überhaupt hört man von Diur recht selten (Email, Tel., Post). Last visit 09/2006 (Platte?).

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