Gute Güte

Die Newsreader pfeifen es seit Stunden von den Dächern, Frau Thatcher Merkel wird wohl zur ersten deutschen Kanzlerin gewählt:

So nett das jetzt für die Sache mit dem Geschlechterkrampf sein mag, sollte nicht vergessen werden, welche Politik von ihr repräsentiert wird. Und wenn ich mich jetzt nicht mehr wirklich vom Bundestag repräsentiert fühle, bin ich schon sehr gespannt, wie sich die selbstgerechteste und katastrophalste Oppositionspartei ever* am Ruder so machen wird. Hoffentlich besser als in ihrem peinlichen Wahlkampf.

Als Blogger ist man in dem Zusammenhang an den Reaktionen des virtuellen Marktplatzes der Befindlichkeiten interessiert. Und so folgt die absehbare Reaktion in der Tradition etlicher Bush-Nichtwähler-Sorrysager.

*) Zur Beachtung, mein Politikbewußtsein reicht gerade mal bis 1995.

[Via Mea-Culpa-Spreeblick.]

16 Antworten zu “Gute Güte”

  1. homoooeconomicus sagt:

    und ich habe so darauf gehofft, dass es keiner von beiden wird! mist aber auch! glücklicherweise habe ich nicht gewettet, was ich eigentlich wollte!

  2. Tom sagt:

    Reinhard Bütikofer (B90/Grüne)
    “Wir sind nur für eine einzige Ampel zu haben: Das ist die Fußgängerampel – die hat nur Rot und Grün.”

    Gregor Gysi (Linkspartei)
    “Wir predigen nicht Wasser und trinken selbst Wein – wir predigen Wein.”

    Joschka Fischer (B90/Grüne)
    “Ich war einer der letzten Live-Rock’n'Roller der deutschen Politik. Jetzt kommt in allen Parteien die Playback-Generation.”

    Angela Merkel (CDU)
    “Über Edmund Stoiber und seine Rolle haben wir gemeinsam und jeder für sich alleine oft gesprochen.”

    Edmund Stoiber (CSU)
    “Ich akzeptiere nicht, dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, dass die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen.”

  3. lame sagt:

    am liebsten hätte ich ja den gewählt, der es mit reinem wein probiert hätte. statt ständig irgendwelchen realitätsfremden ‘initiativen zur arbeitsplatzsicherung’ mal ein paar zur ‘neubewertung des faktors arbeit in einer globalen welt’ formuliert hätte.
    also nicht, daß ich mir hier chinesische lohngefüge wünsche, aber warum schafft es so gut wie kein politiker einzugestehen, daß wir in sachen “klassischer”, industrieller produktion einfach keine wunder mehr erwarten dürfen? und das es noch lustiger werden kann, wenn plötzlich auch der heute so vielgelobte vorsprung in sachen denk- und beratungsleistung zur disposition stehen sollte. könnte mir durchaus vorstellen, daß sowas in ein paar jahren auch von ländern angeboten wird, in denen heute lediglich produzierende betriebe stehen. und das dann cultural awareness plötzlich gegenüber dem shareholder value noch an attraktivität einbüßt. von den arbeitsplatz-verlusten bedingt durch eine immer weiterführende rationalisierung der arbeit noch gar nicht angefangen.
    aber dann würde wahrscheinlich gar keiner mehr wählen gehen. oder aufstehen.

  4. Tom sagt:

    sind wir eigentlich nicht zu jung für Politik? (- -und zu Alt noch etwas zu lernen! Thatcher kommt nicht aus MeckPomm. Sie wurde am 13. Oktober 1925 als Margaret Hilda Roberts im britischen Grantham/England geboren.

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    Beta 2 des Mail-Clients Thunderbird 1.5 liegt vor!!!!

  5. lame sagt:

    zu jung? wohl kaum. eher zu lange desinteressiert gewesen. wobei ich meine zukunft auch woanders sehe. muß nachher nämlich erstmal brot holen.

    mag sein, in sachen sympathie nehmen sie sich beide nicht viel.

  6. homoooeconomicus sagt:

    das brot sitzt doch jetzt an der spitze und ich fühle mich wirklich schuldig, bin ja auch schuld! aus oben besagter hoffnung wurde ja leider nichts! jetzt ist das brot da und ich hab es mitgebacken! peinlich peinlich!

    erst beck´s, den das merkel, … hausverbot?

  7. lame sagt:

    quatsch, da hat man doch jetzt jeden grund, mit fingern auf dich zu zeigen ;) hausverbot gibt’s erst, wenn hier jemand tierpornos postet.

  8. homoooeconomicus sagt:

    zu meiner verteidigung: ich habe gehofft, die erste kanzlerin ist eine scharfe blonde mit riesen d.n.e.n und nicht “den das merkel”. aber falsch gehofft.
    habe mich zwar relativ zeitig mit politik beschäftigt, genützt hat es momentan aber auch nichts! 4 jahre einfach die augen zumachen. dann kommt die blonde…

  9. lame sagt:

    ich stoß mich nicht an der attraktivität von volkvertretern, sondern an deren politik. so hat jeder seine prioritäten.

    welche attraktive blondine in der cdu war denn der grund für’s kreuzchen an der stelle? ich kann mich irgendwie an keine erinnern.

  10. homoooeconomicus sagt:

    ich habe eigentlich auf die fdp gehofft! Miriam Gruß, aber ist ja nischt geworden (war wohl auch klar). politische akzente gehen natürlich vor. hier darf man ja nicht mal mehr einen spruch machen. ;)

    von den inhalten konnte man ja alle, wirklich alle parteien (außer die partei) vergessen. die haben sich nicht viel genommen mit tollen versprechungen und hü und hot. deine ansicht (klassische industrielle produktion) teile ich vollkommen. wo haben wir denn noch standortvorteile (kosten der arbeit hoch)? ich mache zwar keine politik, aber wir sollten an unserem wissenvorsprung arbeiten. entwicklungen nehmen ihren lauf und darauf sollten wir uns stützen. ja was wird dann mit denen, die nicht solch einen wissenvorsprung besitzen? hoffen wir, dass die deutsche aus ihrem konsumtief raus kommen. hier gesparen und dort sparen. beispiel: selbst die bauern, die sich über super sonderangebote beschweren, in denen die milch unter produktionspreis verkauft wird, gehen zu aldi und lidl und kaufen dort ein. vielleicht lernen wir irgendwann geiz ist nicht geil. nur auf die hilfe von außen hoffen und selbst nichts bewegen, so läuft das nicht. es fängt doch bei jedem selbst an.
    dazu ist die reform der sozialsysteme notwendig. in welchem maße, ???! ich denke jeder sollte mehr verantwortung für sich selber übernehmen und nicht auf die nachfolgenden generationen vertrauen. besonders mit der bevölkerungsstruktur. aber das ist wieder was anderes. hier muss der staat eingreifen und die familien unterstützen. warum muss eine junge familie geld für einen kindergarten ausgeben (was für mich auch zur bildung zählt) und für das studium nicht? jeder der studiert wird doch vor dem studium eine investitionsrechnung machen, auch unbewusst. bis jetzt hat man nur zeit investiert. was wäre wenn wir 500 euro pro semester als gebühr für bildung erheben (beim kindergarten sind es ca. 200/monat). 500 mal 10 semester (da sollte jeder, der sich bemüht sein studium durch haben) sind 5.000 euro. bei einem einstiegsgehalt von 2.000 netto sind es 2,5 monate und die kohle ist wieder im sack (ich weiß, die zinsen…). jeder unternehmer (auch der kleinste) muss doch so rechnen. und wenn das bildungsniveau an den hochschulen steigt, super!

    aber nun genug der politischen floskeln!

  11. lame sagt:

    hier darf man sprüche machen, bis man umkippt. muß halt nur damit rechnen, daß drauf reagiert wird :)

    zum rest sicher später noch mal mehr, der ruf nach studiengebühren will mir nicht so richtig schmecken. ich finde ein “aussieben” der bewerber sollte eher über nc-verfahren oder bspw. fordernde abi’s geschehen, wenn ich mich da an diese erdkunde/sport-lk-aspiranten aus meinem ehemaligen umfeld erinnere…
    wenn man dann unbedingt noch geld an seinem nachwuchs machen will, sollte das eher durch eine art “gebühr” beim grundlosen übertreten der regelstudienzeit geschehen.

  12. homoooeconomicus sagt:

    reaktion auf sprüche strengstens verboten. übertretung der grenze wird mit 20 jahren knast bestraft.

    nc-verfahren leuchten mir nicht ein. ich habe meinen schub, wenn es denn wirklich so etwas gibt, erst danach bekommen. da steht man und weiß nicht wohin. glücklicherweise habe ich meines, ohne die von dir angeführten kombinationen, recht gut gemacht und hatte keine probleme. andere stehen da schlechter da. man will studieren, muss aber jahrelang auf einen studienplatz warten. und dann brechen mindestens 35% der genommenen ihr studium ab. zu schwer, zu stressig, immer dieser lerndruck. die universitäten sollen sich doch ihre studentenInnen selber aussuchen. die zentralistische zuteilung passt einfach nicht mehr.
    warum darf bildung nichts kosten? wenn intelligente finanzierungsverfahren installiert werden, dann ist das doch kein problem. mein bafök muss ich ja auch zurückzahlen, wenn ich es bekommen habe. ich habe zwei jahre gearbeitet, um nicht darauf angewiesen zu sein. ich borge mir geld, lebe während meines studiums, meist nicht gesund und nicht nachtscheu, davon und verprasse die kohle. das geld brauche ich zwar immer noch, aber ich werde einen teufel tun und länger als nötig studieren. wenn ich mich da an mein studienumfeld erinnere…

  13. lame sagt:

    die schwierigkeit besteht wohl darin, eine linie zu ziehen, wieviel dieses “was kosten darf” letztendlich bedeutet. ich kann mir schon vorstellen, daß es familien gibt, in denen 500 euro im semester nicht mal eben so zu wuppen sind. und dann ist bildung schnell wieder eine frage der elterlichen kasse. oder eben eines stipendiums, für das ich mich eventuell auch in abhängigkeiten begeben darf. außerdem fürchte ich, daß dann boden bereitet wird, für “nachbesserungen” dieses gebührenmodells. nach oben natürlich.
    und intelligente finanzierungsmodelle erwarten ich in dem zusammenhang von einem staat, bei dem gerade alle zeichen auf streichung vieler förderungen stehen, nicht wirklich. warum streicht man nicht so peinliche teile unseres rüstungsetats, wie den ef 2000 um davon dann (500) lernwilligen jungen leuten ‘ne ausbildung zu finanzieren? huch, planet hippie…

  14. homoooeconomicus sagt:

    erstmal: ich habe mich dazu bekannt.

    das mit den anderen subventionen ist auch so eine frage die mich beschäftigt. jedoch weiß ich, der lobbyismus ist eine scheiß starke macht. betonung liegt hier auf scheiß. warum werden landwirte mit kohle vollgepumt und die bildung leidet?

    bildung sollte für alle frei zugänglich sein. jeder der will, sollte auch können dürfen. keine ausnahmen, außer der schmalz reicht nicht aus. jedoch bin ich immer noch für eine finanzierung. bildung kostet nun mal. ich hatte ein gespräch mit einer älteren dame, die sich über die schlechte bildung beschwert hat. ich habe erwähnt, dass man ja bildung als teilöffentliches gut betrachten sollte. auch der wissenskonsument sollte zahlen. sie: nein nein nein! das geht nicht. dann gibt es unterschiede. ich: gibt es die nicht schon heute durch die eliteuniversitäten, die sich kein normaler leisten kann? sie: ja, aber dann wächst die anzahl. ich: nun gut, dann müssen wir einfach mehr abdrücke, bei unserem tollen staatshaushalt. sie: nein, nicht die rentner wie ich. wir haben schon dafür doch schon bezahlt. das sollten die jungen leute machen. ich: dann können wir doch gleich studiengebühren erheben. dann kommen nur die auf die es konsumieren und da muss halt ein gutes finanzierungssystem angeboten werden… usw.

  15. lame sagt:

    genau da seh ich dann wieder o.a. problem: die finanzierung so eines modells sollte durch den staat wahrgenommen werden. wohin eine liberalisierung oder kapitalisierung dieses marktes führt, kann man ja prima an diversen krankenhäusern beobachten.
    staatliche förderung scheint im augenblick aber genau diesen weg einzuschlagen. änderungen und anpassungen solcher systeme an gegenwärtige realitäten halte ich durchaus für notwendig, befürchte aber eben, daß man aus faulheit/ignoranz versucht, die mechanismen des kapitalmarktes auf das förderwesen des staates anzuwenden. und das kann nur nach hinten losgehen, wenn solche instutitionen plötzlich als profit center geführt werden.
    ob man die “neue modelle” nun am besten per grüner wiese oder eben anpassungen von bestehendem in der gesellschaft implementiert, würde mich darüber hinaus interessieren.

  16. homoooeconomicus sagt:

    die liberalisierung des marktes führt doch zum effizienteren arbeiten genau dieses. wenn nicht gerade an den leistungen für den patienten gespart wird, ist es in meinen augen ok. es kann doch nicht sein, dass gelder genau in diesem sensiblen sektor einfach verpulvert werden. lebensnahe berichte zeigen mir hier erheblichen nachholebedarf. krankenschwestern des älteren semesters sitzen faul rum und lassen die jüngeren arbeiten. warum dann auch hier nicht eine leistungsorientierte entlohnung? treffen wir doch überall an!

    zu der finanzierungsvergabe des studium würde in meinen augen auch nur der staat in frage kommen oder npo’s.

    grundsätzlich mehr verantwortung für den einzelnen bürger. wir leben ja nicht im vollkoskostaat. wäre zwar toll und auch anstrebenswert, nur wer soll das alles bezahlen?
    (ich weiß, an vielen anderen ecken kann eingespart werden – rüstung, etc.)

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